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Mehr wissen, besser putzen

Kein Betrieb funktioniert ohne Reinigungspersonal. Mit Mitarbeiterschulung lassen sich nicht nur Abläufe verbessern, sondern wird auch der Berufsstand aufgewertet.

Wie genau funktioniert ein Microfasertuch, und weshalb sollte man damit kein Leder pflegen? Überhaupt, was ist eine ökologische und fachgerechte Handhabung von Chemikalien? Wie fülle ich den Rapport korrekt aus? Und wie geht man verantwortungsvoll mit vertraulichen Infos um? Das alles sind Fragen, die auf den ersten Blick vielleicht über einen Putzjob – oder was man gemeinhin darunter versteht – hinausgehen. Aber es sind Fragen, die ein Putzpersonal durchaus auch zu beschäftigen hat, stellte Adrian Gsell fest.

Der Zürcher hat vor sechs Jahren die Putzfrauenagentur www.putzfrau.ch gegründet, die mittlerweile 700 putzende Frauen in 16 Niederlassungen in der Deutschschweiz beschäftigt. Je mehr Putzfrauen wissen, so Gsell, desto besser sind sie. Und so gründete der umtriebige Gsell kurzerhand die Putzfrauenakademie, an der seine Angestellten einen Kurs besuchen können und Einblicke in Materialkunde , Psychologie und Administration erhalten. Mit mehr Fachkompetenz, ist Gsell überzeugt, erhält das Raumpflegepersonal, wie es korrekt heisst, auch mehr Verantwortung, und das gibt ihnen wiederum mehr Sicherheit und Selbstvertrauen.

 

Mitarbeiterschulung wertet den Berufsstand auf
Diesen Effekt bestätigt Oliver Busch von der Firma Ecolab, die weltweit täglich drei Millionen Hotelzimmer reinigt und 250 Millionen Teller beziehungsweise 38 Millionen Kilogramm Wäsche wäscht. Die Firma schult regelmässig das Reinigungspersonal diverser Hotelbetrieben vorab im 3- bis 5-Sterne-Bereich, und Busch weiss: «Mitarbeiterschulung hat immer einen psychologischen Effekt und dient letztendlich auch der Wertschätzung. Indem man dem Putzpersonal nur schon aufzeigt, wie wichtig Reinigung ist, wertet man ihren Berufsstand auf, welcher nach wie vor einen negativen Beigeschmack hat».

 

Schulung motiviert und optimiert die Reinigungsprozesse
Bei der internationalen Firma Ecolab, die vor allem für Branchen wie die Hotellerie, die Gastronomie und das Gesundheitswesen zuständig ist, haben sie zudem beobachtet, dass das Personal nicht nur gerne lernt und auf den neusten Stand gebracht wird was neue Reinigungsprodukte betrifft. Sondern dass sich Schulung auch auf die Arbeit auswirkt, dass Abläufe besser werden und die Arbeit überhaupt effizienter verrichtet wird.

Ob und dass Mitarbeitende tadellos geschult werden, das spürt auch das Vier-Sterne-Superior-Hotel Allegro im Kursaal Bern, welche seine 171 Zimmer und Suiten von der Firma CRS reinigen lässt.

Auf die Mitarbeiterschulung können sie wenig Einfluss nehmen, sagt Elisabeth Kneubühler, die für das Housekeeping zuständig ist. Sie macht aber Stichproben, «und wenn etwas nicht unseren Vorgaben entspricht, der Kosmetikspiegel zum Beispiel Fingerabdrücke aufweist, dann melde ich das». Dass solche Rückmeldungen ernst genommen werden, merkt sie beim nächsten Durchgang sofort. Und das, findet sie, sei das A und O.

 

Bericht: Franziska Egli

 

pdf htrh 12.11.2009 555.73 Kb

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